Beschreibung
Pro-Ject Tube Box DS3 B – symmetrischer Röhren-Phono-Vorverstärker
Die Pro-Ject Tube Box DS3 B verbindet eine hochwertige Röhrenausgangsstufe mit einem symmetrischen Dual-Mono-Schaltungsaufbau und umfangreichen Anpassungsmöglichkeiten für MM- und MC-Tonabnehmer. Zwei Röhren des Typs E88CC beziehungsweise 6922 übernehmen die analoge Ausgangsstufe. Für den Anschluss des Plattenspielers stehen Cinch, XLR und ein kompakter fünfpoliger Mini-XLR-Eingang zur Verfügung.
Verstärkung, Eingangskapazität und Abschlussimpedanz können direkt über die Bedienelemente auf der Vorderseite eingestellt werden. Dabei deckt die Tube Box DS3 B einen großen Bereich unterschiedlicher Tonabnehmersysteme ab. Die Verstärkung lässt sich zwischen 40 und 65 dB wählen, während die Abschlussimpedanz für Low-Output-MC-Systeme stufenlos zwischen 10 und 1.000 Ohm angepasst werden kann.
Die Pro-Ject Tube Box DS3 B richtet sich damit sowohl an Vinylhörer, die einen hochwertigen Röhren-Phono-Vorverstärker suchen, als auch an Anwender, die ihre Tonabnehmer möglichst genau elektrisch abstimmen möchten. Durch die symmetrischen Anschlüsse lässt sie sich zudem in eine vollständige True-Balanced-Analogkette integrieren.
Zwei E88CC-Röhren in der Ausgangsstufe
In der analogen Ausgangsstufe der Pro-Ject Tube Box DS3 B arbeiten zwei Röhren des Typs E88CC beziehungsweise 6922. Dieser Röhrentyp wurde ursprünglich für rauscharme und anspruchsvolle Verstärkerschaltungen entwickelt und eignet sich aufgrund seiner elektrischen Eigenschaften für die Verarbeitung empfindlicher Audiosignale.
Die Röhren sind sichtbar auf der Oberseite des Geräts angeordnet und werden durch entsprechende Abdeckungen geschützt. Sie bilden keinen rein dekorativen Zusatz, sondern sind aktiv in die analoge Ausgangsschaltung eingebunden. Das zuvor verstärkte und entzerrte Phonosignal wird über die Röhrenstufe an die nachfolgenden Cinch- und XLR-Ausgänge weitergegeben.
Pro-Ject kombiniert die Röhren mit audiophilen Bauteilen, darunter hochwertige Polypropylen-Kondensatoren. Ziel ist eine rauscharme und präzise Signalverarbeitung, die zugleich die charakteristischen Eigenschaften einer sorgfältig konstruierten Röhrenstufe nutzt.
Die E88CC-Röhren sind austauschbar. Dadurch kann die Phonostufe auch nach langer Betriebszeit instand gehalten werden. Bei einem Röhrenwechsel sollten ausschließlich elektrisch geeignete und zueinander passende Typen verwendet werden.
Symmetrischer Dual-Mono-Schaltungsaufbau
Die Pro-Ject Tube Box DS3 B verarbeitet symmetrische Phonosignale getrennt nach positiver und negativer Signalhälfte. Beide Signalanteile enthalten dieselbe Musikinformation mit entgegengesetzter Polarität. Störungen, die während der Übertragung gleichphasig auf beide Leiter einwirken, können bei der Differenzbildung innerhalb der Phonostufe unterdrückt werden.
Diese Arbeitsweise ist bei Phonosignalen besonders sinnvoll. Ein Tonabnehmer erzeugt nur eine sehr geringe Ausgangsspannung, die in der Phonostufe stark verstärkt werden muss. Jede Störung, die bereits zwischen Plattenspieler und Phono-Vorverstärker aufgenommen wird, würde ebenfalls verstärkt.
Der Dual-Mono-Aufbau sorgt zugleich dafür, dass der linke und der rechte Kanal weitgehend unabhängig voneinander verarbeitet werden. Dadurch werden gegenseitige Beeinflussungen reduziert und eine saubere Kanaltrennung unterstützt.
Für einen vollständig symmetrischen Signalweg müssen der Tonabnehmer, die interne Tonarmverkabelung und das verwendete Phonokabel entsprechend ausgelegt sein. Besonders MC-Tonabnehmer sind aufgrund ihres elektrischen Aufbaus grundsätzlich gut für eine symmetrische Verbindung geeignet. Auch speziell entwickelte MM-Systeme wie der Pro-Ject Pick it PRO Balanced können innerhalb einer True-Balanced-Kette eingesetzt werden.
Cinch, XLR und Mini-XLR für flexible Verbindungen
Die Pro-Ject Tube Box DS3 B bietet unterschiedliche Anschlussmöglichkeiten für Plattenspieler. Klassische unsymmetrische Verbindungen erfolgen über Cinch. Für eine symmetrische Übertragung stehen ein Paar XLR-Eingänge und ein fünfpoliger Mini-XLR-Anschluss bereit.
Der Mini-XLR-Eingang ermöglicht eine kompakte symmetrische Verbindung mit entsprechend ausgestatteten Pro-Ject-Plattenspielern. Modelle mit klassischem fünfpoligem Tonarmausgang können über ein geeignetes Phonokabel mit den XLR-Eingängen verbunden werden.
Auf der Ausgangsseite stehen sowohl ein Cinch-Stereopaar als auch symmetrische XLR-Anschlüsse zur Verfügung. Beide Ausgänge führen gleichzeitig ein Signal. Dadurch können bei Bedarf zwei unterschiedliche Verstärker oder Aufnahmegeräte angeschlossen werden, sofern die angeschlossenen Eingänge elektrisch geeignet sind.
Die Ausgänge der Tube Box DS3 B müssen mit einem normalen Hochpegeleingang des Verstärkers verbunden werden. Geeignet sind beispielsweise AUX, Line, CD oder Tuner. Der Anschluss an einen weiteren Phonoeingang ist nicht vorgesehen, da das Signal dann doppelt entzerrt und verstärkt würde.
Für MM- und MC-Tonabnehmer geeignet
Tonabnehmer unterscheiden sich deutlich in ihrer Ausgangsspannung und den Anforderungen an die angeschlossene Phonostufe. MM-Systeme liefern gewöhnlich eine höhere Spannung und benötigen eine geringere Verstärkung. Low-Output-MC-Tonabnehmer erzeugen dagegen nur einen kleinen Teil dieses Pegels und müssen entsprechend stärker verstärkt werden.
Die Pro-Ject Tube Box DS3 B stellt sechs Verstärkungsstufen zur Verfügung. Zur Auswahl stehen 40, 45, 50, 55, 60 und 65 dB. Damit lässt sich die Phonostufe an eine große Bandbreite unterschiedlicher MM-, High-Output-MC- und Low-Output-MC-Systeme anpassen.
Bei Nutzung des symmetrischen XLR-Ausgangs liegt der Ausgangspegel konstruktionsbedingt 6 dB höher. Dieser Unterschied sollte bei der Abstimmung auf den nachfolgenden Verstärker berücksichtigt werden.
Die gewählte Verstärkung beeinflusst nicht nur die erreichbare Lautstärke. Eine zu niedrige Einstellung kann zu einem unnötig leisen Signal führen, während eine zu hohe Verstärkung den Eingang der Phonostufe oder des nachfolgenden Verstärkers übersteuern kann. Die korrekte Stufe richtet sich daher nach der Ausgangsspannung des Tonabnehmers und der Empfindlichkeit der weiteren Anlage.
Stufenlose Impedanzanpassung für MC-Systeme
Für Low-Output-MC-Tonabnehmer lässt sich die Abschlussimpedanz stufenlos zwischen 10 und 1.000 Ohm einstellen. Die Regelung erfolgt über einen Drehregler auf der Vorderseite und kann während der Wiedergabe verändert werden.
Die elektrische Last beeinflusst das Zusammenspiel zwischen Tonabnehmer und Phono-Vorverstärker. Unterschiedliche Werte können sich auf die Hochtonwiedergabe, Dynamik und tonale Balance auswirken. Die Empfehlung des Tonabnehmerherstellers dient dabei als Ausgangspunkt für die Einstellung.
Durch die stufenlose Regelung ist die Tube Box DS3 B nicht auf wenige fest vorgegebene Widerstandswerte beschränkt. Die gewünschte Anpassung kann feinfühlig vorgenommen und unmittelbar mit der vorherigen Einstellung verglichen werden.
Für MM- und High-Output-MC-Systeme steht ein fester Eingangswiderstand von 47 Kiloohm zur Verfügung. Dieser entspricht dem üblichen Abschluss für die meisten MM-Tonabnehmer.
Einstellbare Eingangskapazität für MM-Tonabnehmer
Neben der Impedanz lässt sich die Eingangskapazität in vier Stufen anpassen. Zur Auswahl stehen 50, 150, 300 und 400 pF. Diese Einstellung ist vor allem für MM-Tonabnehmer relevant.
Die gesamte kapazitive Last setzt sich aus der Eingangskapazität der Phonostufe, der Kapazität des Phonokabels und der internen Tonarmverkabelung zusammen. Sie beeinflusst den Frequenzgang eines MM-Systems, insbesondere im Hochtonbereich.
Mit den verfügbaren Stufen kann die Pro-Ject Tube Box DS3 B auf unterschiedliche Tonabnehmer und Kabel abgestimmt werden. Für Low-Output-MC-Systeme spielt die Eingangskapazität dagegen üblicherweise keine entscheidende Rolle.
Einstellungen direkt an der Gerätefront
Die wichtigsten Anpassungen werden über Tasten und Drehregler auf der Vorderseite vorgenommen. Dadurch müssen weder das Gehäuse geöffnet noch kleine DIP-Schalter auf der Unterseite betätigt werden.
Pro-Ject sieht die Möglichkeit vor, zwei Plattenspieler beziehungsweise unterschiedliche Eingangskonfigurationen zu verwalten. Die vorgenommenen Einstellungen werden für den gewählten Eingang gespeichert und nach einem Eingangwechsel oder dem erneuten Einschalten wieder aufgerufen.
Dies ist besonders praktisch, wenn zwei Plattenspieler mit unterschiedlichen Tonabnehmern verwendet werden. Ein MM-System kann beispielsweise mit 47 Kiloohm, einer passenden Kapazität und geringer Verstärkung betrieben werden, während für einen zweiten Plattenspieler mit MC-System eine niedrige Impedanz und höhere Verstärkung gespeichert wird.
Zuschaltbarer Subsonic-Filter
Verwellte Schallplatten, Trittschall oder mechanische Rückkopplungen können sehr tiefe Frequenzen erzeugen, die unterhalb des eigentlichen Musiksignals liegen. Diese Anteile sind teilweise kaum hörbar, belasten jedoch Verstärker und Lautsprecher und können starke Bewegungen der Tieftönermembranen verursachen.
Die Pro-Ject Tube Box DS3 B besitzt deshalb einen zuschaltbaren Subsonic-Filter. Er setzt bei 20 Hz an und senkt darunterliegende Frequenzen mit einer Flankensteilheit von 18 dB pro Oktave ab.
Bei einwandfreien Schallplatten und einer gut entkoppelten Aufstellung kann der Filter deaktiviert bleiben. Bei problematischen Platten oder empfindlichen Lautsprechersystemen lässt er sich direkt über die Vorderseite einschalten.
Externes Netzteil und optionale Stromversorgung
Die Pro-Ject Tube Box DS3 B wird über ein externes 18-Volt-Netzteil versorgt. Der Netztransformator befindet sich dadurch nicht unmittelbar neben der empfindlichen Verstärkerschaltung. Elektromagnetische Felder und mechanische Schwingungen der Stromversorgung können so mit größerem Abstand zur Phonostufe gehalten werden.
Für eine weitergehende Optimierung kann eine kompatible separate Stromversorgung von Pro-Ject eingesetzt werden. Eine passende Power Box kann die Phonostufe zentral mit weiteren Komponenten versorgen und die Netzaufbereitung außerhalb des eigentlichen Gerätegehäuses übernehmen.
Trigger-Ein- und -Ausgänge ermöglichen außerdem das gemeinsame Ein- und Ausschalten mit kompatiblen Komponenten einer Pro-Ject-Anlage.
Metallgehäuse und Fertigung in Europa
Die Pro-Ject Tube Box DS3 B besitzt ein stabiles Metallgehäuse, das die empfindliche Schaltung gegen mechanische und elektromagnetische Einflüsse schützt. Sie ist in Schwarz oder Silber erhältlich und passt mit ihrer kompakten Bauform zu weiteren Komponenten der DS3-Serie.
Die Entwicklung und Fertigung erfolgen in Europa. Pro-Ject kombiniert die präzise Schaltungstechnik mit einer übersichtlichen Bedienung und einer klaren, funktionalen Gestaltung.
Pro-Ject Tube Box DS3 B bei Schüring High End
Die Pro-Ject Tube Box DS3 B verbindet eine Röhrenausgangsstufe mit True-Balanced-Signalverarbeitung und umfangreichen Anpassungsmöglichkeiten für MM- und MC-Tonabnehmer. Durch die unterschiedlichen Eingänge, die stufenlose MC-Impedanzregelung und die speicherbaren Einstellungen lässt sie sich flexibel in verschiedene analoge Wiedergabeketten integrieren.
Bei Schüring High End erhalten Sie eine persönliche Beratung zur Pro-Ject Tube Box DS3 B sowie zur passenden Einstellung von Verstärkung, Abschlussimpedanz und Eingangskapazität. Ebenso unterstützen wir Sie bei der Auswahl geeigneter Tonabnehmer, symmetrischer Phonokabel und Stromversorgungslösungen.


