Beschreibung
CANOR Virtus M1 – Class-A-Röhren-Monoblock der Reference Line
Der CANOR Virtus M1 ist ein kompromisslos entwickelter Röhren-Monoblock aus der Reference Line des slowakischen Herstellers. Als reine Mono-Endstufe übernimmt jedes Gerät ausschließlich die Verstärkung eines Audiokanals. Für ein vollständiges Stereo-System werden daher zwei CANOR Virtus M1 eingesetzt, die jeweils einen Lautsprecher unabhängig voneinander ansteuern.
Vier KT150-Leistungsröhren ermöglichen eine für einen Röhrenverstärker außergewöhnlich hohe Ausgangsleistung. Im Ultralinear-Modus stellt jeder Monoblock bis zu 110 Watt bereit. Alternativ kann der CANOR Virtus M1 im Triodenmodus mit 55 Watt betrieben werden. Dadurch lässt sich die Endstufe an die verwendeten Lautsprecher, den Hörraum und die gewünschte klangliche Ausrichtung anpassen.
Der Verstärker arbeitet im reinen Class-A-Betrieb und verfügt über eine supersymmetrische Schaltungsarchitektur. Zusätzlich kann während des Betriebs zwischen globaler Gegenkopplung und einem Signalweg ohne globale Gegenkopplung gewechselt werden. Diese Kombination eröffnet unterschiedliche Möglichkeiten zur klanglichen Feinabstimmung, ohne externe Eingriffe in die Schaltung vornehmen zu müssen.
Monoblock-Aufbau für konsequente Kanaltrennung
Jeder CANOR Virtus M1 besitzt eine eigene Verstärkerschaltung, Stromversorgung und Ausgangssektion. Linker und rechter Kanal teilen sich damit weder das Netzteil noch das Gehäuse.
Diese konsequente Trennung verhindert, dass dynamische Anforderungen eines Kanals die Energieversorgung des anderen unmittelbar beeinflussen. Auch gegenseitiges Übersprechen wird auf ein Minimum reduziert. Das schafft die Grundlage für eine stabile räumliche Abbildung und eine präzise Trennung von Stimmen und Instrumenten.
Bei der Aufstellung können die beiden Monoblöcke in der Nähe der jeweiligen Lautsprecher positioniert werden. Dadurch lassen sich die Lautsprecherkabel kurz halten. Die Verbindung zur Vorstufe erfolgt über den symmetrischen XLR-Eingang.
Der CANOR Virtus M1 eignet sich besonders für hochwertige Anlagen mit einer vollständig symmetrischen Vorstufe. Innerhalb der Reference Line bietet sich die Kombination mit dem CANOR Hyperion P1 an, grundsätzlich kann der Monoblock jedoch auch mit geeigneten Vorverstärkern anderer Hersteller verbunden werden.
Reiner Class-A-Betrieb mit KT150-Leistungsröhren
Die Ausgangsstufe des CANOR Virtus M1 arbeitet in Class A. Dabei bleiben die Leistungsröhren während des gesamten Signalverlaufs aktiv. Im Gegensatz zu Class-AB-Schaltungen müssen sie nicht abhängig von der jeweiligen Signalphase zwischen leitenden und weniger leitenden Zuständen wechseln.
Diese kontinuierliche Arbeitsweise verhindert klassische Übernahmeverzerrungen und unterstützt einen gleichmäßigen Signalverlauf. Feine dynamische Veränderungen und harmonische Strukturen können ohne schaltungsbedingte Übergänge verarbeitet werden.
Pro Monoblock kommen vier KT150-Leistungsröhren zum Einsatz. Die KT150 verbindet hohe Belastbarkeit mit erheblichen Leistungsreserven und eignet sich deshalb besonders für anspruchsvolle Class-A-Endstufen.
In der Treiber- und Eingangsstufe verwendet CANOR zwei ECC82 sowie eine 12AX7. Die Röhrenbestückung wurde auf die hohe Ausgangsleistung und den symmetrischen Aufbau abgestimmt. Dadurch soll der Verstärker die Kontrolle einer leistungsfähigen Endstufe mit der natürlichen Tonalität und räumlichen Offenheit hochwertiger Röhrentechnik verbinden.
Ultralinear-Modus mit 110 Watt Ausgangsleistung
Im Ultralinear-Betrieb liefert der CANOR Virtus M1 bis zu 110 Watt an Lautsprecher mit 4 oder 8 Ohm. Diese Leistungsreserve erweitert die Auswahl geeigneter Lautsprecher erheblich.
Viele klassische Class-A-Röhrenverstärker sind auf wirkungsgradstarke Lautsprecher angewiesen. Der Virtus M1 kann dagegen auch Modelle ansteuern, die höhere Leistungsreserven benötigen. Dennoch bleiben Wirkungsgrad, Impedanzverlauf und Phasenwinkel wichtige Kriterien bei der Systemzusammenstellung.
Im Ultralinear-Modus werden die Schirmgitter der KT150-Röhren über spezielle Abgriffe der Ausgangsübertrager angesteuert. Dieses Prinzip verbindet einen Teil der linearen Eigenschaften einer Triodenschaltung mit der höheren Leistungsfähigkeit einer Pentoden- beziehungsweise Tetrodenauslegung.
Der Betriebsmodus eignet sich besonders für größere Räume, anspruchsvollere Lautsprecher und Musik mit ausgeprägten Dynamiksprüngen. Die höhere Ausgangsleistung sorgt dabei für zusätzliche Reserven, ohne die charakteristische Geschlossenheit der Röhrenwiedergabe aufzugeben.
Triodenmodus mit 55 Watt pro Monoblock
Alternativ kann der CANOR Virtus M1 im Triodenbetrieb eingesetzt werden. Die Ausgangsleistung beträgt dann 55 Watt an 4 oder 8 Ohm.
In diesem Modus verändert sich die elektrische Arbeitsweise der KT150-Ausgangsröhren. Die Leistung sinkt, während die Kennlinien stärker denen einer klassischen Triode entsprechen. Dadurch kann sich eine besonders harmonische, unmittelbare und fein differenzierte Wiedergabe ergeben.
Der Triodenmodus eignet sich für ausreichend wirkungsgradstarke Lautsprecher und Hörsituationen, in denen nicht die maximale Leistungsreserve benötigt wird. Stimmen, kleine akustische Ensembles und fein aufgenommene Instrumente können von der besonders fließenden Darstellung profitieren.
Welcher Modus im konkreten System die überzeugendere Wiedergabe ermöglicht, hängt von den Lautsprechern, der Raumgröße und den persönlichen Hörgewohnheiten ab. Der CANOR Virtus M1 gibt Ihnen die Möglichkeit, beide Charakteristiken innerhalb derselben Endstufe zu nutzen.
Umschaltbare globale Gegenkopplung
Ein besonderes Merkmal des CANOR Virtus M1 ist die Möglichkeit, unmittelbar zwischen einem Betrieb mit globaler Gegenkopplung und einer Schaltung ohne globale Gegenkopplung zu wechseln.
Bei aktivierter Gegenkopplung wird ein Teil des Ausgangssignals zum Eingang der Verstärkerschaltung zurückgeführt. Dadurch können Verzerrungen reduziert, die Ausgangsimpedanz gesenkt und die Kontrolle über den angeschlossenen Lautsprecher erhöht werden.
Ohne globale Gegenkopplung arbeitet die Schaltung direkter. Die Wiedergabe kann dadurch offener und unmittelbarer wirken, während sich das Verhalten an unterschiedlichen Lautsprecherlasten verändert.
Die Unterschiede sind von der verwendeten Anlage abhängig. Lautsprecher mit komplexem Impedanzverlauf können von der zusätzlichen Kontrolle der Gegenkopplung profitieren. An anderen Modellen kann der rückkopplungsfreie Betrieb eine besonders natürliche und räumlich freie Darstellung ermöglichen.
Die Umschaltbarkeit macht den CANOR Virtus M1 flexibel. Statt sich konstruktiv auf nur eine Schaltungsphilosophie festzulegen, können beide Varianten im eigenen System verglichen werden.
Supersymmetrische Schaltung gegen Störeinflüsse
Der CANOR Virtus M1 besitzt eine supersymmetrische Verstärkerarchitektur. Die Signalverarbeitung ist darauf ausgerichtet, symmetrisch auftretende Störanteile zu unterdrücken und die beiden Signalhälften möglichst exakt zu verarbeiten.
Die Endstufe wird über einen XLR-Anschluss mit der Vorstufe verbunden. Eine symmetrische Verbindung überträgt das Musiksignal in zwei gegenphasigen Anteilen. Störungen, die auf dem Kabelweg auf beide Signalleiter gleichermaßen einwirken, können am Eingang der Endstufe unterdrückt werden.
Gerade bei längeren Verbindungen zwischen Vorstufe und Monoblöcken ist dieses Prinzip von Vorteil. Die Verstärker können nahe bei den Lautsprechern stehen, während die Vorstufe am zentralen Anlagenplatz verbleibt.
Die Kombination aus symmetrischer Signalübertragung, getrennten Monoblöcken und sorgfältiger Masseführung unterstützt einen niedrigen Störpegel sowie eine klare räumliche Abbildung.
Aufwendige Stromversorgung mit hoher Filterkapazität
Ein leistungsstarker Class-A-Röhrenverstärker stellt hohe Anforderungen an seine Stromversorgung. Der CANOR Virtus M1 benötigt eine stabile Anodenspannung und erhebliche Reserven für die vier KT150-Ausgangsröhren.
Der eingesetzte Netztransformator wird im Vakuum imprägniert und anschließend in eine spezielle vibrationsdämpfende Vergussmasse eingebettet. Eine massive, verschweißte Abdeckung schirmt den Transformator elektromagnetisch ab und reduziert zugleich die Übertragung mechanischer Schwingungen.
Für die Glättung der Anodenspannung verwendet CANOR eine Filterkapazität von 3.900 Mikrofarad bei 550 Volt. Dieser Wert ist für eine Röhrenendstufe außergewöhnlich großzügig dimensioniert.
Zusätzlich kommt eine Siebdrossel zum Einsatz. Sie reduziert die Restwelligkeit der Anodenspannung und verbessert insbesondere die Filterung des netzbedingten 100-Hertz-Anteils. Ein weiterer Kondensator am Eingang der Filtersektion unterstützt das dynamische Verhalten der Stromversorgung.
Dieser Aufwand schafft die Grundlage für einen ruhigen Hintergrund, stabile Arbeitspunkte und eine kontrollierte Leistungsabgabe.
Speziell entwickelte Permalloy-Ausgangsübertrager
Die Ausgangsübertrager gehören zu den klanglich und technisch wichtigsten Komponenten eines Röhrenverstärkers. Sie passen die hohe Arbeitsimpedanz der KT150-Röhren an die wesentlich niedrigere Impedanz der Lautsprecher an.
CANOR verwendet im Virtus M1 speziell für diese Endstufe entwickelte Übertrager mit Permalloy-Kernmaterial. Permalloy besitzt eine hohe magnetische Permeabilität und eignet sich für eine präzise Übertragung kleiner Signaländerungen.
Die Übertrager müssen gleichzeitig die hohe Ausgangsleistung der vier KT150-Röhren verarbeiten und einen breiten Frequenzbereich übertragen. Der CANOR Virtus M1 erreicht einen angegebenen Frequenzumfang von 10 Hz bis 50 kHz mit einer Abweichung von lediglich ±0,5 dB bei 5 Watt.
Getrennte Anschlüsse für Lautsprecher mit 4 und 8 Ohm erlauben eine Anpassung an unterschiedliche Lasten. Für die optimale Auswahl sollte neben der Nennimpedanz auch der tatsächliche Impedanzverlauf des Lautsprechers berücksichtigt werden.
Niedrige Verzerrungen für eine leistungsstarke Röhrenendstufe
Trotz seiner hohen Ausgangsleistung erreicht der CANOR Virtus M1 bemerkenswert niedrige harmonische Verzerrungswerte. Im Ultralinear-Modus nennt der Hersteller weniger als 0,005 Prozent bei 1 Watt und weniger als 0,05 Prozent bei 5 Watt an 8 Ohm.
Diese Werte werden nicht allein durch eine starke globale Gegenkopplung erzielt. CANOR führt die niedrigen Verzerrungen auf die sorgfältige Abstimmung der gesamten Schaltung, die Auswahl der Bauteile und die symmetrische Architektur zurück.
Bei niedrigen und mittleren Leistungen arbeitet der Verstärker damit in einem besonders linearen Bereich. Gleichzeitig stehen ausreichend Reserven für dynamische Musikpassagen zur Verfügung.
Die Messwerte beschreiben nicht allein den subjektiven Klang, zeigen jedoch den konstruktiven Anspruch. Der CANOR Virtus M1 soll die harmonische Ausdruckskraft eines Röhrenverstärkers nicht durch zusätzliche technische Verfärbungen erzeugen, sondern das Musiksignal möglichst kontrolliert und präzise verstärken.
CMT-Technologie für reduzierte dielektrische Verluste
Im CANOR Virtus M1 kommt die hauseigene CMT-Technologie zum Einsatz. Die Abkürzung steht für CANOR PCB Milling Technology und beschreibt ein spezielles Verfahren zur Bearbeitung der Leiterplatten.
Dabei werden gezielt Bereiche des Leiterplattenmaterials um empfindliche Signalpfade entfernt. Dadurch verringert sich die Menge des Dielektrikums in unmittelbarer Nähe der Leiterbahnen.
CANOR möchte die dielektrischen Verluste auf diese Weise näher an die Eigenschaften einer freien Verdrahtung heranführen. Besonders bei hochohmigen Röhrenschaltungen können Isolationsmaterialien und parasitäre Kapazitäten den Signalweg beeinflussen.
Die CMT-Technologie verbindet die reproduzierbare Fertigung einer Leiterplatte mit elektrischen Eigenschaften, die einer klassischen Punkt-zu-Punkt-Verdrahtung nahekommen sollen.
Hochwertige Bauteile im Signalweg
Für die Signalführung verwendet CANOR langsam gezogenes, sauerstofffreies Kupfer, das mit reinem Silber beschichtet wird. Die Leiter sollen eine zuverlässige und verlustarme Verbindung zwischen den einzelnen Schaltungsbereichen gewährleisten.
Im Signalweg kommen ausschließlich hochwertige Polypropylenkondensatoren zum Einsatz. Diese besitzen stabile elektrische Eigenschaften und werden im Audiobereich wegen ihrer niedrigen dielektrischen Verluste geschätzt.
Die Materialauswahl ist dabei Bestandteil eines umfassenden Gesamtkonzepts. Entscheidend ist nicht ein einzelnes Bauteil, sondern dessen Abstimmung auf Schaltung, Stromversorgung und Röhrenbestückung.
Massives Aluminiumgehäuse gegen Resonanzen
Das Gehäuse des CANOR Virtus M1 besteht aus massivem Aluminium und wurde auf hohe mechanische Stabilität ausgelegt. Mit einem Gewicht von rund 40 Kilogramm pro Monoblock besitzt die Endstufe eine außerordentlich substanzielle Konstruktion.
Die mechanische Ruhe ist bei Röhrengeräten besonders wichtig, da Röhren auf Vibrationen reagieren können. Dieser sogenannte Mikrofonieeffekt kann mechanische Schwingungen in elektrische Störungen umwandeln.
Das massive Chassis, die gekapselten Transformatoren und die interne Anordnung der Baugruppen reduzieren solche Einflüsse. Gleichzeitig unterstützt das Gehäuse die notwendige Wärmeableitung der vier im Class-A-Betrieb arbeitenden KT150-Röhren.
Für die Aufstellung werden zwei stabile, ausreichend belastbare HiFi-Racks oder eine entsprechend dimensionierte Plattform benötigt. Oberhalb und seitlich der Geräte muss genügend Freiraum für die Luftzirkulation verbleiben.
Klangcharakter zwischen Leistung und Röhrenkultur
Der CANOR Virtus M1 verbindet die Leistungsreserven einer großen Referenzendstufe mit der natürlichen Tonalität einer aufwendig konstruierten Röhrenschaltung.
Im Ultralinear-Modus stehen Kontrolle, Dynamik und souveräne Lautsprecheransteuerung im Vordergrund. Tiefe Frequenzen erhalten Substanz und klare Konturen, während groß angelegte Musikpassagen stabil und mühelos wiedergegeben werden.
Der Triodenmodus richtet den Schwerpunkt stärker auf Feinzeichnung, harmonische Geschlossenheit und räumliche Offenheit. Stimmen und akustische Instrumente können besonders körperhaft und unmittelbar erscheinen.
Unabhängig vom gewählten Modus profitiert die räumliche Darstellung von der vollständigen Kanaltrennung der beiden Monoblöcke. Instrumente werden präzise positioniert, während Tiefe und Größenverhältnisse der Aufnahme erhalten bleiben.
CANOR Virtus M1 bei Schüring High End erleben
Der CANOR Virtus M1 ist eine Referenz-Röhrenendstufe für Musikliebhaber, die hohe Leistung, Class-A-Betrieb und flexible klangliche Anpassungsmöglichkeiten miteinander verbinden möchten. Die Auswahl zwischen Ultralinear- und Triodenmodus sowie zwischen globaler Gegenkopplung und rückkopplungsfreiem Betrieb ermöglicht eine gezielte Abstimmung auf Lautsprecher und persönliche Hörvorlieben.
Bei Schüring High End in Reinbek, östlich von Hamburg, beraten wir Sie zur optimalen Integration des CANOR Virtus M1. Gemeinsam betrachten wir Ihre Vorstufe, die elektrischen Anforderungen der Lautsprecher sowie die räumlichen Voraussetzungen und ermitteln die passende Betriebsart.
Vereinbaren Sie Ihren persönlichen Hörtermin bei Schüring High End telefonisch unter 040 71097635 oder per E-Mail an mail@schuering-highend.de.

