Beschreibung
Boulder 851 Mono-Endverstärker
Der Boulder 851 Mono-Endverstärker überträgt zentrale Konstruktionsprinzipien der größeren Boulder Verstärkerbaureihen in ein kompaktes Monoblockformat. Dabei handelt es sich nicht lediglich um eine aufgeteilte Ausführung der Boulder 861 Stereo-Endstufe. Jeder 851 ist als eigenständiger Leistungsverstärker für einen einzelnen Audiokanal konzipiert und besitzt dafür ein separates Gehäuse, eine eigene Stromversorgung und eine ausschließlich diesem Kanal zugeordnete Verstärkerschaltung.
Mit einer Dauerleistung von 100 W an 8 Ohm und 200 W an 4 Ohm zeigt der Boulder 851, dass hohe Kontrolle und Stromlieferfähigkeit nicht zwangsläufig monumentale Gehäuseabmessungen voraussetzen. Seine Spitzenleistung beträgt 150 W an 8 Ohm, 250 W an 4 Ohm und 350 W an 2 Ohm. Entscheidend ist dabei nicht allein die nominelle Ausgangsleistung. Die Konstruktion zielt vielmehr darauf ab, auch bei wechselnden Lautsprecherimpedanzen kontrollierte Arbeitsbedingungen, hohe Stromreserven und eine präzise Signalverarbeitung zu gewährleisten.
Eine Schlüsselrolle übernimmt die neue Smart Current Technology-Ausgangsstufe. Der Boulder 851 ist der erste Leistungsverstärker der 800 Serie, in dem diese von Boulder entwickelte Technik eingesetzt wird. Gleichzeitig handelt es sich beim 851 um den einzigen Class-A-Verstärker innerhalb dieser Baureihe. Damit verbindet er eine platzsparende Bauform mit einer Verstärkerarchitektur, die bisher größeren Boulder Modellen vorbehalten war.
Eigenständige Monoblockarchitektur für jeden Kanal
Bei einer klassischen Stereo-Endstufe teilen sich der linke und rechte Kanal zumindest bestimmte konstruktive Bereiche. Abhängig vom jeweiligen Verstärker können dazu die Stromversorgung, das Gehäuse und verschiedene Steuerungsfunktionen gehören. Eine Monoblocklösung trennt beide Kanäle dagegen konsequent voneinander.
Für eine vollständige Stereoanlage werden zwei Boulder 851 eingesetzt. Jeder Mono-Endverstärker übernimmt ausschließlich einen Lautsprecherkanal. Dadurch werden die Verstärkerschaltungen räumlich und elektrisch voneinander getrennt. Die Signalverarbeitung des linken Kanals kann den rechten Kanal somit nicht über eine gemeinsam genutzte Verstärkerschaltung beeinflussen.
Diese Architektur unterstützt eine hohe Kanaltrennung und schafft klare Arbeitsbedingungen für beide Lautsprecher. Besonders bei Aufnahmen mit komplexen räumlichen Informationen kann eine konsequente Kanaltrennung die präzise Platzierung einzelner Stimmen und Instrumente unterstützen. Auch bei dynamisch anspruchsvollen Musikpassagen steht jedem Kanal eine eigene Leistungsversorgung zur Verfügung.
Die Monoblockbauweise ermöglicht außerdem eine flexible Aufstellung. Die beiden Endverstärker können gemeinsam in einem Rack oder jeweils in der Nähe des zugehörigen Lautsprechers platziert werden. Bei einer lautsprechernahen Aufstellung lassen sich die Lautsprecherkabel vergleichsweise kurz halten, während die symmetrischen Signalkabel über größere Entfernungen geführt werden können.
Smart Current Technology im Boulder 851
Die technische Besonderheit des Boulder 851 ist seine Smart Current Technology-Ausgangsstufe. Diese neue Ausgangsstufe wurde zunächst für die nächsthöhere 1100 Serie entwickelt und anschließend für das kompaktere Gehäuse der 800 Serie umgesetzt. Der 851 ist damit der kleinste Boulder Leistungsverstärker, der diese Technologie verwendet.
Das Ziel der Smart Current Technology besteht darin, die Arbeitspunkte der Ausgangsstufe kontrolliert zu steuern und die Vorteile einer Class-A-Schaltung mit einer hohen nutzbaren Stromlieferfähigkeit zu verbinden. Boulder verfolgt dabei keinen Ansatz, bei dem lediglich möglichst hohe Leistungswerte im Vordergrund stehen. Maßgeblich sind vielmehr stabile Arbeitsbedingungen, geringe Verzerrungen und die Fähigkeit, auch anspruchsvolle Lautsprecherlasten kontrolliert anzutreiben.
Lautsprecher besitzen keine über den gesamten Frequenzbereich gleichbleibende Impedanz. Der elektrische Widerstand kann abhängig von Frequenz und Konstruktion deutlich schwanken. Gleichzeitig können sich Phasenverschiebungen ergeben, die zusätzliche Anforderungen an eine Endstufe stellen. Ein leistungsfähiger Verstärker muss deshalb nicht nur eine bestimmte Wattzahl erreichen, sondern auch unter wechselnden Lastbedingungen ausreichend Strom bereitstellen.
Der Boulder 851 erreicht eine Spitzenleistung von 350 W an 2 Ohm. Dieser Wert verdeutlicht die Stromlieferfähigkeit der kompakten Monoblöcke bei niedrigen Impedanzen. Es handelt sich dabei ausdrücklich um die Spitzenleistung und nicht um eine angegebene Dauerleistung an 2 Ohm.
Class-A-Verstärkung in der Boulder 800 Serie
Der Boulder 851 ist der einzige Class-A-Leistungsverstärker der 800 Serie. Bei einer Class-A-Ausgangsstufe bleiben die aktiven Verstärkerelemente über den gesamten Signalverlauf leitend. Dadurch werden Übernahmeverzerrungen vermieden, die bei anderen Schaltungsarten am Übergang zwischen den positiven und negativen Signalanteilen entstehen können.
Diese Arbeitsweise stellt hohe Anforderungen an die Stromversorgung, die thermische Auslegung und die Kühlung. Auch ohne hohe Ausgangsleistung entsteht Wärme, weshalb eine ausreichende Luftzirkulation rund um das Gehäuse erforderlich ist. Der Boulder 851 sollte entsprechend der Herstellerempfehlung nicht in einem vollständig geschlossenen Fach oder unmittelbar auf einem tiefen Teppich aufgestellt werden. Die seitlichen Kühlflächen müssen frei bleiben.
Die Class-A-Architektur allein ist allerdings noch kein Garant für eine bestimmte Wiedergabequalität. Entscheidend sind die konkrete Schaltung, die Stabilität der Stromversorgung, das Platinenlayout und die verwendeten Bauteile. Beim Boulder 851 wird das Class-A-Konzept deshalb mit der Smart Current Technology, einer konsequenten Monoblockarchitektur und einem besonders breiten Frequenzbereich kombiniert.
Leistung und Stromreserven für anspruchsvolle Lautsprecher
Der Boulder 851 stellt 100 W Dauerleistung an 8 Ohm und 200 W Dauerleistung an 4 Ohm bereit. Die Verdopplung der angegebenen Dauerleistung bei halbierter Impedanz weist auf eine stabile Auslegung der Ausgangsstufe und Stromversorgung hin.
Kurzzeitig stehen 150 W an 8 Ohm und 250 W an 4 Ohm zur Verfügung. An 2 Ohm beträgt die angegebene Spitzenleistung 350 W. Diese Reserven sind insbesondere bei dynamischen Musiksignalen relevant. Musik besteht nicht aus einem konstanten Dauerton, sondern enthält kurze Impulse und starke Pegelsprünge. Eine Endstufe muss solche Ereignisse kontrolliert verarbeiten, ohne dass die Signalspitzen frühzeitig begrenzt werden.
Die Leistung des Boulder 851 sollte daher nicht ausschließlich anhand der nominellen 100 W an 8 Ohm beurteilt werden. Auch die Stromlieferfähigkeit, der verfügbare Headroom, die niedrige Verzerrung und das Verhalten bei abfallender Lautsprecherimpedanz bestimmen, wie souverän eine Endstufe einen Lautsprecher ansteuern kann.
Bei der Zusammenstellung einer Anlage müssen dennoch der Wirkungsgrad des Lautsprechers, die Raumgröße, die Hörentfernung und der gewünschte maximale Pegel berücksichtigt werden. Die Eignung für eine konkrete Lautsprecherkombination sollte daher stets anhand des gesamten Systems beurteilt werden.
Extrem breiter Frequenzbereich und geringe Verzerrungen
Boulder gibt für den 851 innerhalb des Bereichs von 20 Hz bis 20 kHz eine Abweichung von lediglich +0,00/–0,04 dB an. Die –3-dB-Grenzpunkte liegen bei 0,015 Hz und 150 kHz. Damit reicht der Arbeitsbereich des Verstärkers erheblich über das menschliche Hörspektrum hinaus.
Ein derart breiter Frequenzbereich bedeutet nicht, dass außerhalb des Hörbereichs liegende Frequenzen wiedergegeben werden müssen. Vielmehr schafft die hohe Bandbreite günstige Voraussetzungen für ein kontrolliertes Phasen- und Impulsverhalten innerhalb des hörbaren Frequenzbereichs. Die Verstärkerschaltung arbeitet dort mit großem Abstand zu ihren oberen und unteren Grenzfrequenzen.
Der angegebene Klirrfaktor beträgt 0,002 %. Die maximale analoge Verstärkung liegt bei 26 dB. Boulder setzt damit auf eine Verstärkerschaltung, bei der hohe Ausgangsleistung, geringe Verzerrungen und eine möglichst neutrale Signalübertragung miteinander verbunden werden.
Die eigentliche Stärke des Boulder 851 liegt folglich nicht in einer bewusst vordergründigen Klangabstimmung. Sein technisches Konzept zielt auf Kontrolle, Transparenz und eine unveränderte Verstärkung des zugeführten Signals. Der Endverstärker soll die Eigenschaften der Aufnahme, der Quelle und des Lautsprechers nachvollziehbar machen, ohne musikalische Strukturen durch unnötige Eigenfärbungen zu überlagern.
Symmetrischer XLR-Eingang
Der Boulder 851 besitzt einen symmetrischen analogen Eingang über eine dreipolige XLR-Verbindung. Die Eingangsimpedanz beträgt 100 kOhm. Dadurch stellt der Mono-Endverstärker für die angeschlossene Vorstufe eine vergleichsweise unkritische Last dar.
Symmetrische Verbindungen sind besonders bei längeren Signalwegen sinnvoll. Störungen, die von außen gleichermaßen auf beide Signalleiter einwirken, können am Eingang des Verstärkers unterdrückt werden. Das verringert die Empfindlichkeit gegenüber magnetischen und hochfrequenten Einstreuungen.
Die symmetrische Verbindung unterstützt gleichzeitig die flexible Aufstellung der Monoblöcke. So können die Endverstärker näher an den Lautsprechern platziert werden, während die Verbindung zur Vorstufe über längere XLR-Kabel erfolgt. Boulder empfiehlt grundsätzlich die symmetrische Ansteuerung, um das technische Potenzial der Verstärkerschaltung vollständig auszuschöpfen.
Boulder Lautsprecheranschlüsse mit 6 Millimetern
Für die Verbindung mit den Lautsprechern verwendet Boulder die unternehmenseigenen Schraubanschlüsse mit einem Durchmesser von 0,25 Zoll beziehungsweise 6 mm. Die massiven Anschlussklemmen sind für einen sicheren mechanischen Kontakt und eine zuverlässige Signalübertragung ausgelegt.
Eine stabile Lautsprecherverbindung ist bei leistungsfähigen Endstufen von besonderer Bedeutung. Hohe Ströme erfordern ausreichend dimensionierte Kontaktflächen und fest sitzende Kabelverbindungen. Lockere oder ungeeignete Anschlüsse können den Übergangswiderstand erhöhen und die Betriebssicherheit beeinträchtigen.
Die beiden Monoblöcke sollten möglichst mit gleich langen und identisch aufgebauten Lautsprecherkabeln verbunden werden. Werden die Endverstärker in der Nähe der Lautsprecher aufgestellt, können die Kabelwege kurz gehalten werden.
Schutzschaltungen für Verstärker und Lautsprecher
Der Boulder 851 besitzt mehrere Schutzschaltungen, die mögliche Schäden am Verstärker und an den angeschlossenen Lautsprechern verhindern sollen. Dazu gehören eine Strombegrenzung bei einem Kurzschluss, eine Überwachung auf Gleichspannung am Ausgang und eine temperaturabhängige Schutzschaltung.
Da der Boulder 851 gleichspannungsgekoppelt arbeitet, überwacht eine spezielle Schaltung den Ausgang auf unerwünschte Gleichspannungsanteile. Wird ein problematischer Zustand erkannt, schaltet der Verstärker den Ausgang stumm. Dadurch sollen die Lautsprecher vor einer potenziell schädlichen Gleichspannung geschützt werden.
Bei einem Kurzschluss am Ausgang greift die Strombegrenzung ein und unterbricht die Wiedergabe. Die thermische Überwachung reagiert, wenn die Kühlkörper eine kritische Temperatur erreichen. Nach Angaben von Boulder erfolgt die Stummschaltung bei einer Kühlkörpertemperatur von 70 °C.
Diese Schutzfunktionen arbeiten im Hintergrund und sollen die Betriebssicherheit erhöhen, ohne den regulären Signalweg unnötig zu beeinflussen. Sie ersetzen dennoch nicht die fachgerechte Aufstellung, ausreichende Belüftung und sorgfältige Verkabelung der Endverstärker.
Softwareaktualisierungen über Netzwerk oder USB
Neben der rein analogen Verstärkerschaltung besitzt der Boulder 851 interne Steuerungs- und Überwachungssysteme. Deren Software kann bei Bedarf aktualisiert werden. Aktualisierungen lassen sich automatisiert über eine Netzwerkverbindung oder manuell über den vorhandenen USB-Anschluss installieren.
Die Software übernimmt keine digitale Bearbeitung des Audiosignals. Sie dient den internen Kontroll-, Kommunikations- und Schutzfunktionen des Verstärkers. Die analoge Leistungsverstärkung bleibt davon getrennt.
Die Möglichkeit späterer Softwareaktualisierungen unterstützt die langfristige Produktpflege. Boulder kann Anpassungen an den internen Steuerungsfunktionen bereitstellen, ohne dass der Endverstärker für jedes Update geöffnet oder an den Hersteller zurückgeschickt werden muss.
Entwicklung und Fertigung in Colorado
Der Boulder 851 wird im firmeneigenen Werk in Louisville im US-Bundesstaat Colorado entwickelt, gefertigt, montiert und geprüft. Der Standort liegt nur wenige Kilometer von Boulder entfernt, wo das Unternehmen gegründet wurde.
Nicht nur die Endmontage erfolgt im eigenen Haus. Boulder produziert auch die Leiterplatten und die mechanischen Gehäuseteile selbst. Dadurch behält der Hersteller direkte Kontrolle über wesentliche Fertigungsprozesse – von der Metallbearbeitung und Platinenbestückung bis zur abschließenden Funktionsprüfung.
Die eigene Fertigung ist ein wesentlicher Bestandteil der Markenphilosophie. Sie ermöglicht es, mechanische Konstruktion, Schaltungstechnik und thermische Auslegung eng aufeinander abzustimmen. Gleichzeitig lassen sich Qualitätskontrollen unmittelbar in den Produktionsablauf integrieren.
Kompaktes Format für die Boulder 800 Serie
Mit einer Grundfläche von rund 30,5 × 30,5 cm fällt der Boulder 851 für einen Class-A-Mono-Endverstärker ungewöhnlich kompakt aus. Die Höhe beträgt etwa 8,9 cm, das Gewicht rund 10 kg pro Gerät. Trotz der geringen Bauhöhe benötigt der Verstärker aufgrund der entstehenden Wärme ausreichend freien Raum.
Breite und Tiefe entsprechen dem Boulder 812 DAC-Vorverstärker und dem Boulder 808 Phono-Vorverstärker. Dadurch können die Komponenten der 800 Serie zu einer optisch geschlossenen Anlage kombiniert werden. Für digitale Quellen übernimmt der 812 die D/A-Wandlung und Vorverstärkung, während der 808 die analoge Schallplattenwiedergabe integriert. Zwei Boulder 851 stellen anschließend die getrennte Leistungsverstärkung für den linken und rechten Kanal bereit.
Der Boulder 851 ist damit keine bloße Verkleinerung eines größeren Verstärkers. Die Konstruktion wurde von Beginn an für das kompakte Format, den Monoblockbetrieb und die Smart Current Technology entwickelt. Sie richtet sich an Musikliebhaber, die die technische Konsequenz separater Mono-Endverstärker nutzen möchten, ohne den Platzbedarf der größeren Boulder Baureihen einplanen zu müssen.
Boulder 851 bei Schüring High End
Die Auswahl einer Endstufe sollte immer in Verbindung mit den verwendeten Lautsprechern, der Vorstufe, der Raumgröße und den gewünschten Hörpegeln erfolgen. Die reine Leistungsangabe liefert dafür nur einen Teil der notwendigen Informationen. Impedanzverlauf, Wirkungsgrad und Phasenverhalten des Lautsprechers können ebenso entscheidend sein wie die nominelle Ausgangsleistung.
Bei Schüring High End beraten wir Sie persönlich zur Kombination des Boulder 851 Mono-Endverstärkers mit geeigneten Vorstufen und Lautsprechern. Dabei berücksichtigen wir nicht nur die technischen Daten, sondern die vollständige Zusammenstellung Ihrer Anlage, die räumlichen Bedingungen und Ihre individuellen Anforderungen an die Musikwiedergabe.
Die Verbindung aus Class-A-Architektur, Smart Current Technology, separaten Gehäusen für beide Kanäle und hoher Stromlieferfähigkeit macht die Boulder 851 Monoblöcke zu einer besonders interessanten Lösung innerhalb der 800 Serie. Unsere klare Empfehlung lautet deshalb: Erleben Sie diese Endverstärker persönlich in einer sorgfältig abgestimmten HiFi-Anlage.
Unser HiFi-Studio befindet sich in Reinbek, östlich von Hamburg. Vereinbaren Sie Ihren persönlichen Hörtermin und lassen Sie sich ausführlich zum Boulder 851 sowie zu weiteren Komponenten von Boulder Amplifiers beraten.




