Beschreibung
Boulder 808 Phono-Vorverstärker
Der Boulder 808 Phono-Vorverstärker überträgt die konsequente Entwicklungsphilosophie von Boulder Amplifiers auf die hochwertige analoge Musikwiedergabe. Das in Colorado entwickelte und gefertigte Modell verbindet eine präzise Signalverarbeitung mit flexiblen Anpassungsmöglichkeiten für Moving-Coil- und Moving-Magnet-Tonabnehmer. Dabei übernimmt der 808 wesentliche Konstruktionsprinzipien der größeren Boulder Phonovorstufen und integriert sie in ein kompaktes, mechanisch stabiles Aluminiumgehäuse.
Innerhalb des Portfolios tritt der Boulder 808 die Nachfolge des 508 Phono-Vorverstärkers an. Dessen Konzentration auf eine rauscharme und kontrollierte Verstärkung empfindlicher Phonosignale wird konsequent weitergeführt. Gleichzeitig erhält der 808 zusätzliche Funktionen, die zuvor vor allem bei größeren Modellen wie dem Boulder 1108 zu finden waren. Dazu zählen die austauschbaren Personality Cards zur Tonabnehmeranpassung, ein wählbarer Mono-Modus und ein zuschaltbarer Low-Cut-Filter.
Auch gestalterisch ist der Phono-Vorverstärker fest in die Boulder 800 Serie eingebunden. Seine Abmessungen und die zurückhaltende Formensprache sind auf den Boulder 812 DAC-Vorverstärker, die Boulder 861 Stereo-Endstufe und die Boulder 851 Mono-Endstufen abgestimmt. Dadurch lässt sich ein optisch einheitliches System zusammenstellen, das analoge und digitale Musikquellen gleichermaßen berücksichtigt.
Präzise Verstärkung besonders empfindlicher Phonosignale
Das Ausgangssignal eines Tonabnehmers ist erheblich kleiner als das Signal anderer Musikquellen. Das gilt insbesondere für niederpegelige MC-Tonabnehmer. Die Phonovorstufe muss dieses empfindliche Signal deutlich verstärken und gleichzeitig Rauschen, Verzerrungen sowie äußere Einstreuungen möglichst gering halten. Bereits kleine Abweichungen können sich auf die Auflösung, die räumliche Abbildung und die tonale Balance der Wiedergabe auswirken.
Der Boulder 808 stellt für Moving-Coil-Tonabnehmer eine Verstärkung von 70 dB bereit. Moving-Magnet-Systeme werden mit 44 dB verstärkt. Mit diesen beiden Verstärkungsstufen deckt der Phono-Vorverstärker eine große Bandbreite hochwertiger Tonabnehmer ab. Auch MC-Systeme mit vergleichsweise niedriger Ausgangsspannung können mit dem erforderlichen Pegel an eine nachfolgende Vorstufe oder einen Vollverstärker weitergegeben werden.
Boulder verfolgt dabei keinen Ansatz, der Schallplattenaufnahmen durch eine bewusst warme oder weichgezeichnete Abstimmung verändern soll. Im Mittelpunkt stehen eine präzise Kontrolle, eine geringe Eigenfärbung und die möglichst vollständige Bewahrung der vom Tonabnehmer gelieferten Informationen. Feine dynamische Abstufungen, räumliche Zusammenhänge und komplexe musikalische Strukturen sollen nachvollziehbar erhalten bleiben.
Personality Cards für MM- und MC-Tonabnehmer
Eine der wichtigsten Weiterentwicklungen gegenüber dem Boulder 508 sind die austauschbaren Personality Cards. Diese Module sind über die Rückseite des Geräts zugänglich und ermöglichen eine individuelle Konfiguration der resistiven und kapazitiven Belastung. Der Boulder 808 lässt sich dadurch gezielt auf die elektrischen Eigenschaften des verwendeten MM- oder MC-Tonabnehmers abstimmen.
Die richtige Abschlussimpedanz kann insbesondere bei Moving-Coil-Systemen einen relevanten Einfluss auf das klangliche Ergebnis haben. Abhängig von der Konstruktion des Tonabnehmers können sich Veränderungen bei der Hochtonwiedergabe, der Impulsdarstellung und der tonalen Balance ergeben. Auch bei MM-Tonabnehmern spielt neben der Eingangsimpedanz die gesamte Kapazität aus Tonarmverkabelung, Phonokabel und Phonovorstufe eine wichtige Rolle.
Für MC-Tonabnehmer unterstützt der Boulder 808 eine Eingangsimpedanz bis maximal 1.000 Ohm. Für MM-Systeme beträgt die Eingangsimpedanz 47 kOhm. Die konkrete Widerstands- und Kapazitätsanpassung wird über die jeweiligen Personality Cards festgelegt.
Dieses Konzept vermeidet eine umfangreiche Ansammlung zusätzlicher Schalter unmittelbar im empfindlichen Signalweg. Gleichzeitig bleibt die Phonovorstufe an unterschiedliche Tonabnehmer anpassbar. Bei einem späteren Wechsel des Systems kann die Konfiguration durch entsprechend ausgelegte Module verändert werden.
Symmetrische XLR-Eingänge und XLR-Ausgänge
Der Boulder 808 verfügt über ein Paar symmetrische XLR-Eingänge und ein Paar symmetrische XLR-Ausgänge. Sowohl die Eingangs- als auch die Ausgangsseite kann mithilfe geeigneter Adapter mit unsymmetrischen Verbindungen kombiniert werden. Dadurch lässt sich der Phono-Vorverstärker auch in Anlagen integrieren, deren Plattenspieler oder Verstärker nicht über symmetrische Anschlüsse verfügen.
Eine symmetrische Signalübertragung bietet gerade bei sehr kleinen Phonosignalen technische Vorteile. Störungen, die auf beide Leiter einer symmetrischen Verbindung gleichermaßen einwirken, können von der nachfolgenden Schaltung wirkungsvoll unterdrückt werden. Das reduziert die Empfindlichkeit gegenüber elektromagnetischen Einstreuungen und kann insbesondere bei längeren Kabelwegen zu einer stabileren Signalübertragung beitragen.
Auf der Ausgangsseite ermöglicht die niedrige symmetrische Ausgangsimpedanz von 100 Ohm eine kontrollierte Ansteuerung der angeschlossenen Vor- oder Vollverstärker. Der maximale Ausgangspegel von 16 Vrms stellt zugleich eine hohe Aussteuerungsreserve zur Verfügung. Damit kann der Boulder 808 auch dynamisch anspruchsvolle Schallplattenaufnahmen verarbeiten, ohne frühzeitig an die Grenzen seiner Ausgangsstufe zu gelangen.
Sorgfältig konstruierte und gefertigte Hauptplatine
Im Inneren des Boulder 808 befindet sich eine kompakt aufgebaute Hauptplatine. Sie wird auf den unternehmenseigenen Anlagen von Boulder Amplifiers gefertigt und mit oberflächenmontierten Bauteilen bestückt. Die eigene Produktion ermöglicht dem Hersteller eine direkte Kontrolle über wesentliche Fertigungsschritte und die Qualität der eingesetzten Baugruppen.
Die Anordnung der Bauteile wurde darauf ausgerichtet, die Signalwege kurz zu halten. Gerade in einer Phonovorstufe ist ein kontrolliertes Platinenlayout von großer Bedeutung, weil das ursprüngliche Signal des Tonabnehmers nur eine sehr geringe Spannung besitzt. Unnötig lange Leiterbahnen und ungünstig angeordnete Baugruppen können die Empfindlichkeit gegenüber Rauschen und Einstreuungen erhöhen.
Boulder setzt deshalb auf eine klar strukturierte interne Architektur. Die empfindlichen analogen Schaltungen werden gezielt von möglichen Störquellen getrennt. Das unterstützt eine hohe Signalintegrität vom Eingang über die RIAA-Entzerrung und Verstärkung bis zum symmetrischen Ausgang.
Abgeschirmte Stromversorgung gegen Störeinflüsse
Neben der eigentlichen Audioschaltung spielt auch die Stromversorgung eine entscheidende Rolle. Netzteilbedingte Störungen können sich bei einer Phonovorstufe besonders deutlich bemerkbar machen, da das Eingangssignal zunächst stark verstärkt werden muss. Der Boulder 808 besitzt daher eine abgeschirmte Stromversorgung, die mögliche Wechselwirkungen mit den empfindlichen analogen Signalstufen reduzieren soll.
Die universelle Spannungsversorgung ist für Netzspannungen von 90 bis 240 V AC bei 50 bis 60 Hz ausgelegt. Dadurch kann der Phono-Vorverstärker ohne unterschiedliche länderspezifische Geräteversionen in verschiedenen Stromnetzen betrieben werden. Die maximale Leistungsaufnahme beträgt lediglich 15 W.
Der technische Aufwand dient nicht allein einem möglichst niedrigen Rauschpegel. Eine stabile Versorgung der einzelnen Schaltungsbereiche schafft zudem die Grundlage für eine kontrollierte Verarbeitung dynamischer Signalverläufe. Besonders bei leisen Passagen, feinen Ausklingvorgängen und schnellen Impulsen soll die Elektronik die von der Schallplatte gelieferten Informationen unverändert weiterreichen.
Stabiles Aluminiumgehäuse mit technischer Funktion
Das Gehäuse des Boulder 808 ist nicht nur ein gestalterisches Merkmal. Die ineinandergreifende Konstruktion soll Vibrationen dämpfen und die empfindliche Elektronik gegenüber äußeren Einflüssen abschirmen. Mechanische Stabilität ist bei analogen Wiedergabekomponenten relevant, da Plattenspieler, Tonabnehmer und Phonovorstufe innerhalb einer besonders sensiblen Signalkette arbeiten.
Boulder fertigt das Gehäuse aus präzise bearbeitetem Aluminium. Die massive Konstruktion schützt die interne Schaltung und bildet zugleich die charakteristische Gestaltung der 800 Serie ab. Das zurückhaltende Design verzichtet auf unnötige Bedienelemente und lässt sich sowohl mit den übrigen Boulder-Komponenten als auch mit Anlagen anderer Hersteller kombinieren.
Der Boulder 808 besitzt dieselbe Grundfläche wie der 812 DAC-Vorverstärker und die 861 Stereo-Endstufe. Gemeinsam mit den 851 Mono-Endstufen entsteht eine abgestimmte Komponentenfamilie, die von der analogen Quelle über digitale Signalverarbeitung und Vorverstärkung bis zur Leistungsverstärkung reicht.
Mono-Modus für klassische Schallplattenaufnahmen
Für die Wiedergabe von Mono-Schallplatten stellt der Boulder 808 einen wählbaren Mono-Modus bereit. Historische Mono-Aufnahmen enthalten ein gemeinsames Signal für beide Wiedergabekanäle. Durch das Zusammenführen der Kanäle kann die Musikwiedergabe stabiler in der Mitte abgebildet werden.
Gleichzeitig lassen sich bestimmte Störgeräusche reduzieren, die ausschließlich oder überwiegend in einem Kanal auftreten. Das kann bei älteren Pressungen von Vorteil sein, deren Oberflächenzustand nicht mehr einwandfrei ist. Der Mono-Modus ist gezielt zuschaltbar, sodass der reguläre Stereobetrieb für entsprechende Schallplatten vollständig erhalten bleibt.
Diese Funktion erweitert den Einsatzbereich des Boulder 808 über moderne Stereo-Produktionen hinaus. Besitzer einer Sammlung mit frühen Jazz-, Klassik- oder Gesangsaufnahmen können Mono-Pressungen mit einer auf das Aufnahmeformat abgestimmten Signalverarbeitung wiedergeben.
Zuschaltbarer Low-Cut-Filter gegen tieffrequente Störungen
Der Boulder 808 verfügt außerdem über einen zuschaltbaren Low-Cut-Filter. Dieser dient dazu, unerwünschte sehr tiefe Frequenzen zu reduzieren, die nicht zum eigentlichen Musiksignal gehören. Solche Störungen können beispielsweise durch Plattentellerrumpeln, Trittschall, akustische Rückkopplungen oder verwellte Schallplatten entstehen.
Tieffrequente Störsignale sind nicht immer unmittelbar hörbar. Sie können jedoch zu sichtbaren und unnötig starken Bewegungen der Tieftönermembranen führen. Dadurch werden Verstärker und Lautsprecher belastet, obwohl diese Auslenkungen keinen musikalischen Beitrag leisten. Bei entsprechend problematischen Schallplatten oder Aufstellbedingungen kann der Low-Cut-Filter diese Auswirkungen begrenzen.
Da der Filter gezielt ein- und ausgeschaltet werden kann, bleibt die Entscheidung abhängig von der jeweiligen Aufnahme und Anlagenkonfiguration. Bei einwandfreien Schallplatten und einer optimal entkoppelten Aufstellung kann die Funktion deaktiviert bleiben.
Weiterentwicklung des Boulder 508
Der Boulder 808 übernimmt die Grundidee des 508 und entwickelt sie in mehreren Bereichen weiter. Das Vorgängermodell konzentrierte sich auf eine besonders geradlinige Phonoverstärkung in einem kompakten Gehäuse. Der 808 behält diese klare Ausrichtung bei, ergänzt sie jedoch um eine höhere praktische Flexibilität.
Die Personality Cards ermöglichen eine individuellere Anpassung an verschiedene Tonabnehmer. Der Mono-Modus berücksichtigt historische Schallplattenproduktionen, während der Low-Cut-Filter bei tieffrequenten mechanischen Störungen eingesetzt werden kann. Hinzu kommen das überarbeitete Gehäusekonzept und die gestalterische Eingliederung in die aktuelle Boulder 800 Serie.
Damit positioniert sich der Boulder 808 zwischen der reduzierten Konzeption des früheren 508 und den größeren Phonovorstufen des Herstellers. Er richtet sich an Musikliebhaber, die eine hochwertige und anpassbare Phonostufe suchen, dabei jedoch nicht die Abmessungen und Funktionsvielfalt der größeren Boulder Baureihen benötigen.
Boulder 808 bei Schüring High End
Die Abstimmung einer Phonovorstufe auf den verwendeten Tonabnehmer sollte stets die gesamte analoge Wiedergabekette berücksichtigen. Neben dem Ausgangspegel und Innenwiderstand des Tonabnehmers spielen auch der Plattenspieler, der Tonarm, die Verkabelung sowie die nachfolgende Vor- oder Vollverstärkung eine Rolle. Besonders bei der Auswahl der passenden Personality Cards ist eine genaue Betrachtung der Herstellerempfehlungen und der elektrischen Eigenschaften des Systems sinnvoll.
Bei Schüring High End beraten wir Sie persönlich zur Integration des Boulder 808 Phono-Vorverstärkers in Ihre bestehende HiFi-Anlage oder zur Zusammenstellung einer neuen analogen Wiedergabekette. Dabei berücksichtigen wir sowohl die technischen Anforderungen Ihres MM- oder MC-Tonabnehmers als auch die klangliche und konstruktive Abstimmung der gesamten Anlage.
Unser HiFi-Studio befindet sich in Reinbek, östlich von Hamburg. Neben der Auswahl geeigneter Komponenten unterstützen wir Sie bei Fragen zur Verbindung, Aufstellung und Konfiguration Ihrer analogen Musikwiedergabe. Vereinbaren Sie Ihren persönlichen Hörtermin und lassen Sie sich ausführlich zum Boulder 808 sowie zu weiteren Komponenten von Boulder Amplifiers beraten.




